Verhinderungspflege

Was ist Verhinderungspflege?

Die meiste Pflegearbeit wird durch nahe Angehörige und / oder andere Pflegepersonen geleistet. Ohne deren Hilfe ist häusliche Pflege kaum möglich, selbst wenn (zusätzlich) Pflegesachleistungen durch einen Pflegedienst erbracht werden. Das Pflegeversicherungsgesetz hat speziell zur zeitweiligen Entlastung der Pflegepersonen die Leistung der so genannten Verhinderungspflege oder Urlaubspflege vorgesehen (diese ist nicht zu verwechseln mit der weiteren Leistung: Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim).

Wann habe ich Anspruch darauf?

Die Verhinderungspflege kann in Anspruch genommen werden, wenn die Pflegeperson (z. B. pflegende Angehörige, Nachbarn) wegen Urlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert ist. Verhinderungspflege ist auch möglich, wenn die Pflegeperson regelmäßig persönliche Freizeittermine wahrnehmen will und daher verhindert ist, z. B. wegen der wtl. Teilnahme in der Chorgruppe, im Sportverein usw.
Es muss zwar kein Nachweis über die Verhinderung erbracht oder besonders begründet werden, allerdings ist zwingend erforderlich, dass tatsächlich eine Verhinderung der Pflegeperson zum Zeitpunkt der Verhinderungspflege vorliegt.

Hinweis: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können die Verhinderungspflege selbst dann in Anspruch nehmen, wenn die ambulanten Sachleistungen des Pflegedienstes (auch in Kombination mit der Tagespflege) voll ausgeschöpft werden. Der Anspruch auf Verhinderungspflege besteht immer zusätzlich.

(Vor-)Bedingungen

Die Pflegeperson muss den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mind. 6 Monate gepflegt haben (unabhängig davon, ob ein Pflegegrad vorlag). Das Kriterium, dass ein Angehöriger jemanden „gepflegt“ hat, ist erfüllt, wenn die sogenannten körperbezogenen Pflegemaßnahmen (Waschen, Anziehen, Hilfe beim Essen usw.) oder pflegerische Betreuungsmaßnahmen oder Hilfen bei der Haushaltsführung eines Pflegebedürftigen geleistet wurden.

Bei der sechsmonatigen Vorpflegezeit ist also jegliche Art von Pflege, Betreuung und hauswirtschaftlicher Versorgung ausreichend. Auch muss der Pflegebedürftige nicht schon von Anfang an dem Pflegegrad 2 zugeordnet sein, sondern erst bei erstmaliger Inanspruchnahme.

Die Pflegekasse wird bei der Inanspruchnahme der VHP prüfen, ob eine Pflegeperson bekannt ist, also im Gutachten zur Ermittlung des Pflegegrades benannt wurde. Wenn keine Pflegperson benannt wurde, kann diese selbstverständlich zu einem späteren Zeitpunkt nachbenannt werden. Eine Meldung ist jederzeit möglich.

Wie werden Kosten von der Pflegekasse übernommen?

Eine Antragstellung bei der Pflegekasse ist grundsätzlich erforderlich. Der Antrag kann aber auch noch nach Abschluss der Verhinderungspflege gestellt werden. Denn die Pflegekasse prüft lediglich die Anspruchsvoraussetzungen. Trotzdem sollte die Verhinderungspflege – wenn möglich – im Voraus beantragt werden, um unnötige Auseinandersetzungen mit der Pflegekasse zu vermeiden.

Für weitere Fragen, Terminvereinbarungen oder einer Zimmervermietung steht Ihnen unsere Pflegedienstleiterin Sandra Lorenz von 08:00 – 16:00 Uhr unter Tel. 0151 – 19 545 215 zur Verfügung.


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